Speierling – Sorbus domestica
Der Speierling zählt zu den seltensten heimischen Wildobstarten Europas und [...]

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Der Speierling zählt zu den seltensten heimischen Wildobstarten Europas und wächst als mittelgroßer bis großer Laubbaum mit Höhen von 15–20 m, in günstigen Lagen auch bis zu 30 m. Er bevorzugt warme, sonnige Standorte und gedeiht am besten auf tiefgründigen, nährstoffreichen sowie kalkhaltigen Böden. Der Speierling ist ausgesprochen hitze- und trockenheitsverträglich und gilt als klimafitte Baumart mit großem Zukunftspotenzial. Seine gefiederten Blätter erinnern an jene der Eberesche, im Mai erscheinen zahlreiche weiße Blüten in lockeren Schirmrispen. Im Herbst reifen apfel- oder birnenförmige Früchte, die zunächst hart und herb sind, nach dem ersten Frost oder längerer Lagerung jedoch weich und genießbar werden. Speierlinge können mehrere hundert Jahre alt werden.
Wer darauf steht
Die Blüten bieten reichlich Pollen und Nektar für Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen und viele weitere Insekten. Die Früchte sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, Wildschweine, Rehe und zahlreiche andere Wildtiere. Alte Speierlingsbäume bieten mit ihrer rissigen Rinde und Baumhöhlen zudem Lebensraum für Käfer, Fledermäuse und höhlenbrütende Vogelarten. Als seltene heimische Baumart leistet der Speierling einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt.
Wofür er taugt
Der Speierling liefert ein besonders hartes, schweres und hochwertiges Holz, das im Möbelbau, für Furniere, Drechselarbeiten und hochwertige Werkstücke geschätzt wird. Seine Früchte enthalten viele Gerbstoffe, Vitamin C und organische Säuren. Traditionell wurden sie zur Herstellung von Marmelade, Most, Edelbrand und Schnaps verwendet. Besonders bekannt ist ihre Verwendung zur Verbesserung der Haltbarkeit und Klärung von Apfelwein. Mit seiner hohen Trockenheitsresistenz, seiner Langlebigkeit und seinem ökologischen Wert eignet sich der Speierling hervorragend als Zukunftsbaum für Wälder, Streuobstwiesen und große Gärten.