Herbst ist die beste Pflanzzeit

Warum der Heckentag im Spätherbst stattfindet, warum diese Zeit für wurzelnackte Gehölze ideal ist und was du tun kannst, wenn der Boden bereits gefroren ist.

11.01.24

Anna Schocher

Herbsfaerbung Lea Andres - Verein regionale Gehölzvermehrung

So gelingt die Pflanzung von Gehölzen im Spätherbst

Oft werden wir gefragt, warum der Heckentag denn so spät im Jahr stattfindet. Die Erklärung dafür ist relativ einfach. Die Sträucher und Bäumchen für den Heckentag werden wurzelnackt, also ohne Erdballen, geliefert. Einzige Ausnahme: die Obstbäume, die sind getopft. Das Hantieren mit den Pflanzen im wurzelnackten Zustand macht es möglich, einen attraktiven Preis zu bieten und zusätzlich erleichtert es den Transport der Pflanzware enorm.

Für Gehölze mit nackten Wurzeln ist der Spätherbst außerdem die ideale Pflanzzeit. Damit die Pflanzen nicht vertrocknen, müssen sie in möglichst laubfreiem Zustand ausgegraben, verpackt und transportiert werden. Ein weiterer Vorteil der Herbstpflanzung ist, dass die Gehölze zu diesem Zeitpunkt ihr oberirdisches Wachstum eingestellt, die Blätter abgeworfen und überdies ihre Reservestoffe in Stamm und Wurzeln verlegt haben. Das Wurzelwachstum haben sie allerdings noch nicht eingestellt und können folglich gleich mit dem Verwurzeln in ihrer neuen Heimat beginnen und im nächsten Frühjahr voll durchstarten. Bei Frühjahrspflanzungen besteht hingegen die Gefahr, dass die frisch gepflanzten Gehölze nicht rasch genug anwurzeln und bei der ersten Hitze- oder Trockenperiode mit dem Laubaustrieb in Trockenstress geraten.

Und wenn der Boden gefroren ist?

Anfang November ist es selten lange genug so kalt, dass der Boden über einen längeren Zeitraum durchfriert. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, bereitet die Pflanzlöcher bereits früher vor und lagert den Aushub geschützt. Für die wurzelnackten Sträucher sollte das Pflanzloch in etwa 30 x 30 x 30 cm groß sein, für Obstbäume sollte es 1 m im Durchmesser und 50 cm tief sein.

Sollte man zum Zeitpunkt der Pflanzenlieferung von Bodenfrost überrascht werden, können die Sträucher an einem geschützten Ort im Garten eingeschlagen werden. Das Erdreich an der Einschlagstelle soll locker und durchlässig sein, sehr nasse oder sehr trockene Gartenbereiche sind nicht geeignet. Mit dem Spaten wird ein Graben ausgehoben, ca. 30 cm tief und breit, sodass die Wurzeln aller einzuschlagenden Pflanzen ausreichend Platz finden, ohne geknickt zu werden. Die Grabenlänge richtet sich nach der Pflanzenanzahl, für 30 Pflanzen sind ca. 60 bis 70 cm ausreichend.

Die vor dem Einschlagen gut gewässerten, wurzelnackten Pflanzen werden nun einzeln oder in Bündeln mit bis zu 25 Stück dicht an dicht in den Graben gestellt. Bänder im Wurzelbereich entfernen und Etiketten nach oben ziehen. Sind alle Pflanzen im Graben, muss man die Wurzeln komplett mit dem ausgehobenen Erdmaterial bedecken. Zwischen Wurzeln und Erdmaterial, auch innerhalb der Bunde, sollen keine Hohlräume entstehen. Leichtes Rütteln und sorgsames Antreten sind dabei hilfreich. Zuletzt gut wässern und dann heißt es abwarten bis zur Auspflanzung im Frühjahr.

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