Gebietsheimisch oder Gebietsfremd?
„Gebietsheimische Gehölze sind Pflanzen, die aus Populationen einheimischer Sippen stammen, welche sich in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielfachen Generationsfolgen vermehrt haben.“ Schön gesagt. Das ist genau das, was wir meinen, wenn wir etwas schlampig von „heimischen“ Gehölzen reden.
16.07.26
Lea Andres

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Gebietsheimisch & autochthon
Eine wissenschaftliche Definition des Begriffes „gebietsheimisch“ stammt von den Autoren Kovarik & Seitz (2003): „Gebietsheimische Gehölze sind Pflanzen, die aus Populationen einheimischer Sippen stammen, welche sich in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielfachen Generationsfolgen vermehrt haben.“ Schön gesagt. Das ist genau das, was wir meinen, wenn wir etwas schlampig von „heimischen“ Gehölzen reden. Es muss also das Saatgut aus einer bestimmten Region stammen und muss in diesen Regions-Chargen weitervermehrt werden. Damit ist bei allen produzierten Pflanzen die Herkunft bekannt. Für „gebietsheimisch“ wird in der wissenschaftlichen Ökologie auch der Begriff „autochthon“ synonym verwendet. Ganz egal welcher Begriff dir lieber ist, beim Heckentag kannst du dir im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten die mit „Regionalität“ werben sicher sein, dass du gebietsheimisches/autochthones Pflanzenmaterial bekommst!
Gebietsfremde Gehölze im Handel
Nicht alle Gehölze, die in Niederösterreich in der freien Natur wachsen und deren Anblick uns vertraut ist, sind tatsächlich ursprünglich bei uns heimisch gewesen. Vielen Arten, die durch Auspflanzung oder Verwildern in die Landschaft gekommen sind, fehlen die Anpassungen an unseren Klimarhythmus, an die natürliche Konkurrenz und die anderen Organismen einer Lebensgemeinschaft. Fragt man z.B. in Baumschulen nach heimischen Gehölzen, so erhält man zumeist ein sehr umfangreiches Angebot derselben. Der Teufel steckt jedoch im Detail. Das Saatgut, aus dem diese Pflanzen gezogen wurden, stammt nämlich zumeist aus anderen Ländern, oft auch aus völlig anderen Klimagebieten. Sehr häufig werden auch Sämlinge von spezialisierten Betrieben aus dem Ausland zugekauft, ohne Rücksicht auf die genetische Herkunft der Pflanzen.

Verbreitungsgebiet Schwarzer Holler
Der Schwarze Holler hat, wie viele heimische Baum- und Straucharten ein weites Verbreitungsgebiet, Ausgangsmaterial im traditionellen Pflanzenhandel kann also von weit her kommen.
Bild: Caudullo et al. 2017