Bundesweite Saatgutproduktion seit 2024
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in der Südsteiermark wird die Regionale Gehölzvermehrung seit 2024 auf die gesamte Steiermark ausgeweitet. Gemeinsam mit dem Verein Naturparke Steiermark sowie zahlreichen regionalen Partnerinnen und Partnern werden Sammelbestände erschlossen, Saatgut gewonnen und heimische Gehölze aus regionalem Saatgut herangezogen. Schritt für Schritt entsteht ein Netzwerk, das regionale Herkunft sichert und Gemeinden, Planungsbüros sowie Privatpersonen mit standortgerechten Gehölzen versorgt.
Im November 2026 werden erstmals Weiden aus unserer Anzucht ausgegeben. Ab 2027 stehen unsere heimischen Gehölze aus regionalem Saatgut beim ersten steirischen Heckentag der Bevölkerung zur Verfügung. Mit einem steiermarkweiten Heckentag soll das Angebot in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
4 Steirische Sammelregionen

Die Grundlage der steirischen Sammelregionen nach dem RGV-Prinzip
Die Steiermark ist geprägt von unterschiedlichen Naturräumen. Zwischen den Nordalpen, den Zentralalpen und dem Alpenvorland ändern sich Klima, Geologie, Böden und die natürlichen Wuchsbedingungen. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in den heimischen Gehölzbeständen wider. Dazu haben wir in Anlehnung an die naturräumliche Gliederung Österreichs nach Sauberer & Grabherr vier Sammelregionen definiert, die sich hinsichtlich ihrer Wuchsbedingungen unterscheiden. Die Abgrenzung orientiert sich an naturräumlichen, geologischen und biogeografischen Grundlagen sowie an den natürlichen Vorkommen heimischer Gehölze.
Saatgut wird innerhalb der jeweiligen Sammelregion gesammelt, getrennt weiterverarbeitet und für die Anzucht verwendet. Ziel ist es, die herangezogenen Gehölze später wieder in ihrer Herkunftsregion auszupflanzen.
Ö-NA
Östliche Nordalpen
Die Sammelregion Östliche Nordalpen umfasst die Kalkalpen einschließlich der Grauwackenzone bis zum Hangfuß oberhalb des Palten und Liesingtals.
ZA-Z
Zentralalpen Zentralteil
Diese Sammelregion umfasst die Zentralalpen bis einschließlich des Palten und Liesingtalbodens. Sie bildet den inneralpinen Bereich.
ZA-SO
Zentralalpen Südöstlicher Teil
Die Sammelregion reicht bis zur generalisierten Grenze des Randgebirges zum Vorland und verbindet alpine mit voralpinen Landschaftsräumen.
SO-AV
Südöstliches Alpenvorland
Zum südöstlichen Alpenvorland gehören auch der Poßruck und das Gebiet bis zum Radlpass. Die Region unterscheidet sich deutlich vom alpinen Raum.
Erste Erfolge

Besammlung und Pflanzenproduktion
Mit der Ausweitung der Regionalen Gehölzvermehrung auf die gesamte Steiermark begann 2024 die erste Besammlung nach den neu festgelegten Sammelregionen. Gemeinsam mit regionalen Partner:innen wurden geeignete Wildgehölzbestände ausgewählt. Seitdem ist das steirische Besammlungsteam im ganzen Bundesland unterwegs, sammelt Früchte heimischer Gehölze und schafft damit die Grundlage für die künftige Pflanzenproduktion.
Endlich steirische Jungpflanzen
Die ersten im Projekt vermehrten Pflanzen entwickeln sich sehr gut und wachsen kräftig an. Damit bestätigt sich die hohe Qualität des gesammelten Saatguts sowie die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Baumschulen.
Zusätzlich zu den aus Samen aufgezogenen Gehölzen gedeihen auch die aus Steckhölzern gezogenen Weidenarten sehr erfolgreich. Die jungen Weiden zeigen ein vitales Wachstum und beweisen, dass sowohl die Auswahl der Ausgangspflanzen als auch die angewandten Vermehrungsmethoden bestens funktionieren.
Ab Herbst 2027 werden die ersten Pflanzen zur Abgabe bereitstehen.


Zurück in die Natur
Im Herbst 2025 fand beim Praxistag Biotopverbund Oststeiermark eine Pflanzaktion mit unseren ersten Weiden-Jungpflanzen statt. Entlang der Feistritz wurden mehr als 100 heimische Weiden gesetzt, um naturnahe Uferbereiche zu stärken, zusätzliche Strukturvielfalt zu schaffen und die Lebensraumqualität zu erhöhen.
Die Aktion wurde von der Landesinitiative NaturVerbunden Steiermark sowie zahlreichen engagierten Helfer:innen umgesetzt. Sie zeigt deutlich, wie praxisnah das Projekt Regionale Gehölzvermehrung in der Steiermark bereits wirkt und welchen Beitrag es zur ökologischen Aufwertung in der Region leistet.
Gemeinsam gewachsen
Vom Pilotprojekt zur steiermarkweiten Zusammenarbeit
Das steiermarkweite Projekt entwickelte sich aus einem Pilotprojekt im Naturpark Südsteiermark, an dem Matthias Rode bereits von Beginn an mitwirkte, damals noch als Geschäftsführer des Naturparks Südsteiermark. Die landesweite Umsetzung startete anschließend gemeinsam mit Bernhard Stejskal, dem langjährigen Geschäftsführer der Naturparke Steiermark, der das Projekt maßgeblich mit aufgebaut hat. Nach seinem wohlverdienten Ruhestand führt heute Matthias Rode die Zusammenarbeit als Geschäftsführer der Naturparke Steiermark weiter. Damit bleibt das Projekt in erfahrenen Händen und die erfolgreiche Zusammenarbeit wird nahtlos fortgesetzt.
Partner Baumschulen
Die Anzucht heimischer Gehölze erfordert Erfahrung und spezialisierte Betriebe. Deshalb arbeitet die Regionale Gehölzvermehrung Steiermark vor allem zu Beginn mit Baumschulen zusammen, die bereits seit vielen Jahren Gehölze aus regionalem Saatgut heranziehen. Parallel dazu wächst das Netzwerk in der Steiermark. Erste Jungpflanzen werden bereits vor Ort verschult und weitere Arbeitsschritte sollen schrittweise in regionale Partnerbetriebe verlagert werden. So entsteht nach und nach eine Pflanzenproduktion innerhalb des Bundeslandes.
Forstgarten
Stoiber
Der Forstgarten Stoiber ist ein zuverlässiger Partner der Regionalen Gehölzvermehrung in Niederösterreich. Auch die ersten Gehölze aus steirischem Saatgut werden hier aufgezogen. Mit seiner Erfahrung begleitet der Betrieb den Aufbau der Regionalen Gehölzvermehrung in der Steiermark.
Josef
Kiefer
Josef Kiefer unterstützt den Aufbau der steirischen Weidenvermehrung. In seinem Betrieb werden Steckhölzer heimischer Weiden angezogen und für die Ausbringung in der Steiermark bereitgestellt.

MArkt der Artenvielfalt
Der Markt der Artenvielfalt bringt jedes Jahr Organisationen, Initiativen und Interessierte aus der ganzen Steiermark zusammen. Bereits 2025 stellte die Regionale Gehölzvermehrung Steiermark dort erstmals das Projekt vor und informierte über heimische Gehölze aus regionalem Saatgut. Auch 2026 sind wir wieder mit einem Infostand vertreten.
Besuche uns am Mittwoch, 30. September 2026, von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Herrengasse und im Landhaushof in Graz. Wir freuen uns auf den Austausch und beantworten gerne deine Fragen rund um regionale Gehölze und ihre Herkunft.










