RGV Salzburg
Von 2020 bis Ende 2024 wurde in Kooperation mit dem Land Salzburg nach Vorbild der RGV-Vermehrungsprojekte eine landesweite Produktion und Pflanzenabgabe unter der Marke „Wildundkultiviert“ aufgebaut.
Seit Anfang 2025 wird das Angebot eigenständig vom Land Salzburg weitergeführt. Der Verein Regionale Gehölzvermehrung ist daran nicht mehr beteiligt und kann daher keine Aussagen zur aktuellen Arbeitsweise, Qualität oder Nachvollziehbarkeit des Angebots treffen.

Das haben wir aufgebaut
Von 2020 bis Ende 2024 haben wir gemeinsam mit dem Land Salzburg die Grundlagen für eine landesweite Vermehrung heimischer Wildgehölze aus regionalem Saatgut geschaffen. In dieser Zeit entstanden eine Regionsgliederung mit sechs Sammelregionen, ein Netzwerk für die Fruchtsammlung und die Pflanzenproduktion sowie zahlreiche Angebote zur Wissensvermittlung. Auch Veranstaltungen, Exkursionen und Workshops machten das Thema für Gemeinden, Planer:innen und Interessierte erlebbar. Die in diesen Jahren aufgebauten Strukturen bilden bis heute die Grundlage des Gehölzteils von Wild und Kultiviert.
Hinweis: Seit Anfang 2025 wird das Angebot ohne Beteiligung des Vereins Regionale Gehölzvermehrung weitergeführt.
Unsere Erfolge
In wenigen Jahren entstand in Salzburg weit mehr als eine regionale Pflanzenproduktion. Gemeinsam mit zahlreichen Partner:innen wurden Veranstaltungen, Workshops und Exkursionen organisiert, die Wissen vermittelten, Menschen vernetzten und die Verwendung heimischer Gehölze aus regionalem Saatgut in die Praxis brachten.

BEsammlung und Pflanzenproduktion
Im Projektzeitraum wurde in Salzburg ein erfahrenes Besammlungsteam aufgebaut. Gemeinsam mit Botaniker:innen und regionalen Partnern wurden geeignete Mutterbestände ausgewählt und in allen Sammelregionen Früchte heimischer Gehölze besammelt. Das gereinigte Saatgut wurde anschließend an Partnerbaumschulen übergeben und dort zu Pflanzen aus regionalem Saatgut herangezogen.
3 Wildgehölzevents
Zwischen 2022 und 2024 fanden drei große Wildgehölzevents in Salzburg statt. Jede Veranstaltung setzte einen anderen Schwerpunkt und machte heimische Gehölze aus regionalem Saatgut für unterschiedliche Zielgruppen erlebbar.
Das Weidenfest stellte die Vielfalt heimischer Weiden vor und zeigte ihre Verwendung in der Praxis. Mit dem Symposium „Regionale Gehölze vernetzen“ entstand eine Plattform für den Austausch zwischen Forschung, Planung und Praxis. Der 1. Salzburger Wildgehölztag verband die Pflanzenausgabe mit Fachinformationen, Beratung und persönlichen Gesprächen rund um regionale Gehölze.


Anwender:innenworkshops
In den Jahren 2022 und 2024 fanden Anwender:innenworkshops mit Vorträgen, Exkursionen und praktischen Stationen statt. Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten, den Bayerischen Staatsforsten sowie weiteren Partner:innen wurden erfolgreich Erfahrungen ausgetauscht und Beispiele aus der Praxis vorgestellt.
Die Workshops richteten sich an Personen, die heimische Gehölze planen, pflanzen oder betreuen, und boten Gelegenheit, regionale Herkünfte, geeignete Arten und ihre Verwendung direkt vor Ort kennenzulernen.
6 Salzburger Sammelregionen

Die Grundlage der salzburger Sammelregionen nach dem RGV-Prinzip
Für die Regionale Gehölzvermehrung wurde das Bundesland Salzburg in sechs Sammelregionen gegliedert. Die Grenzen orientieren sich nicht an Bezirken oder Gemeinden, sondern an den natürlichen Landschaftsräumen Salzburgs. Geologie, Höhenlage, Klima und Vegetation unterscheiden sich zwischen den Regionen und haben über lange Zeit die Entwicklung der heimischen Gehölze geprägt.
Damit diese regionalen Eigenschaften erhalten bleiben, werden Früchte ausschließlich innerhalb ihrer Sammelregion gesammelt. Aus dem gewonnenen Saatgut entstehen Pflanzen, die später wieder möglichst in derselben Region verwendet werden. So bleiben die Gehölze an die natürlichen Bedingungen ihres Herkunftsgebietes angepasst.
Die sechs Sammelregionen bilden die Grundlage für die Besammlung, die Pflanzenproduktion und die Verwendung heimischer Wildgehölze aus regionalem Saatgut in Salzburg. Sie schaffen eine nachvollziehbare Herkunft und helfen dabei, die genetische Vielfalt langfristig zu erhalten.
HLFG
Hügelland Flachgau inkl. Zentralraum Salzburg
Diese nördlichste Region Salzburgs ist am flachsten. Zu ihr gehören das hügelige Alpenvorland, das ebene Salzburger Becken und das wasserreiche Salzburger Seenland. Die Region ist gekennzeichnet durch einzelliegende Hofstellen sowie Dörfer, die in eine malerische Landschaft aus Hügeln, Seen, Mooren und Auen eingebettet sind. Zwischen Salzach und Saalach finden sich auch trockene Terrassen aus Sedimentgestein. Aufgrund des flachen Geländes, aber auch des niederschlagsreichen Klimas mit milden Wintern und warmen Sommern, spielen Ackerbau und Grünlandwirtschaft in dieser Region eine große Rolle.
öKA
Östliche Kalkalpen
Die östlichen Kalkalpen bilden den Übergang von den Kalkhochalpen zum Alpenvorland im Norden. Das massive Tennengebirge mit seinen nackten Felsgipfeln als auch die Osterhorngruppe mit ihren blühenden Almen und bewaldeten Hängen befinden sich in dieser Region. Allein das spiegelt eine atemberaubende landschaftliche Vielfalt wider. Tief eingeschnittene Täler, deren flache Lagen landwirtschaftlich genutzt werden, teilen die Region zudem in besonders vielfältige Kleinlandschaften. Diese unterscheiden sich vor allem im Sommer lokalklimatisch stark voneinander.
WKA
Westliche Kalkalpen
Der wohlbekannte Begriff „Steinberge“ ist bezeichnend, grenzt sich der mächtige Kalkgebirgsstock mit seinem großen Karstformenschatz doch klar von den grasbewachsenen Schieferalpen im Süden ab. Tiefe Täler und schroffe Felsgipfel zeichnen diese kühle und niederschlagsreiche Region aus. Die außerordentliche Vielfalt an Lebensräumen und Lebensgemeinschaften spiegelt sich in der großen Anzahl an Schutzgebieten wider, die dazu dienen, die Ursprünglichkeit der Landschaft, die typischen Almen und die charakteristischen Kalk-Trockenstandorte zu erhalten.
ZWA
Zwischenalpen
Die Zwischenalpen oder Salzburger Schieferalpen liegen als langes Band zwischen den Zentral- und Kalkalpen. Markenzeichen der Region sind sanfte Hänge und lange, flache Bergkämme, die Heimat einer beeindruckenden naturräumlichen Vielfalt sind. Im Gegensatz zu den schroff-felsigen Bergen in den Nachbarregionen, sind die Berge hier rundlich und von blühenden Wiesen und Almen sowie Wäldern bedeckt. Deshalb werden sie auch liebevoll Salzburger Grasberge genannt. Die höchste Erhebung ist der Hundstein (2.117 m). Stauniederschläge und zunehmende Trockenheit von Ost nach West kennzeichnen das Klima.
ZA
Zentralalpen
Zum Salzburger Teil des östlichen Alpenhauptkammes gehören prominente Bergmassive wie die Zillertaler Alpen, die Hohen sowie die Niederen Tauern. Von vergletscherten Bergspitzen, felsigen Hochebenen bis hin zu sattgrünen Tälern entfaltet sich hier eine atemberaubende Kultur- und Naturlandschaft. Bis in die höchsten Gegenden sind zwischen Zwergstrauchgesellschaften und Grasheiden extensiv bewirtschaftete Almen zu finden. Bei Stauwetterlage können hier die höchsten Niederschläge Österreichs gemessen werden.
LUN
Lungau
Ausgeprägte Höhenunterschiede, eine traditionsreiche, kleinbäuerliche Land- und Forstwirtschaft und das besondere alpin-kontinentale Klima machen den malerischen Salzburger Lungau zu einer der artenreichsten Kulturlandschaften Österreichs. Von blühenden Halbtrockenrasen, Magerwiesen, Feuchtwiesen und Streuobstweiden, über traditionelle Bergmähder bis hin zu charakteristischen Goldhaferwiesen sind hier noch vielfältige und seltengewordene Wiesentypen mit einzigartigen Charakterarten zu finden.
